Fasten – der heilige Gral?!

Fasten – der heilige Gral?!

Aktuell ist es ein großer Trend in der Fitnessszene – Das Fasten – genauer gesagt auch noch das Intermittierende Fasten, kurz IF.

Doch was hat es damit auf sich? Wo kommt es her? Wo liegen hier die Vorteile und ist der Hype gerechtfertigt?

Im Rahmen meiner Bachelorarbeit habe ich mich intensiv mit dem Thema befasst und möchte hier ein wenig in die Thematik einsteigen.

Was ist (intermittierendes) Fasten?

Fasten meint erst einmal einen freiwilligen Verzicht. Verzichtet werden kann z.B. auf Essen, Alkohol, Schokolade oder Sex. (Aber wie gesagt alles freiwillig, wer keinen Sex bekommt der Fastet nicht automatisch 😉 #sorrynotsorry)

Fasten

Die Beweggründe für solch einen Verzicht können aus gesundheitlichen, religiösen oder sozialen Aspekten kommen.

Intermittierend bringt nun die Zeitkomponente ins Spiel. Das heißt es wird über einen Zeitraum gefastet und über einen Zeitraum wird eben nicht gefastet soweit so gut.

Wir fassen das ganze mal zusammen und setzen es in den Kontext zum Fitnesstrend →

Es gibt eine Zeit in der wir nichts essen, darauf folgt eine Zeit in der wir essen. That‘s it.

(Bitte trotzdem weiterlesen)

Weltneuheit Fasten!

Es ist verwunderlich das nun der Hype ausbricht und uns das Fasten als Weltneuheit verkauft wird. Denken wir mal 100 – 200 Jahre zurück, es gibt noch keinen Kühlschrank und auch nicht Aldi, Lidl & Co an jeder Ecke…. Hm … denken wir mal noch ein bisschen weiter zurück in der Menschheit… könnte sein das der Mensch immer mal wieder Phasen hatte in denen er nichts gegessen hat und dann wieder Phasen hatte in den gegessen wurden 😀 So neu ist das ganze ja gar nicht…

Das Jagen hat mit Sicherheit eine Zeit gedauert, dann wurde gegessen, war die Jagd nicht erfolgreich wohl eher nicht…

Jetzt gibt es verschiedene Protokolle zum Fasten die bekanntesten sind hier Alternate-Day-Fasting, Leangains und die Warrior Diet.

Kurz und knapp:

Alternate-Day-Fasting: 1-2 x pro Woche Fasten für 24 h

Leangains: Täglich Fasten für 16 h Essensfenster für 8 h

Warrior Diet: Einmal am Tag essen (vor dem Schlafen gehen, wobei es Ausnahmen für Snacks gibt)

Die Provokante Überschrift

Gerne wird das Intermittierende Fasten als Lösung für alles hergenommen.

Ich selbst faste regelmäßig seit über einem halben Jahr, aber wie oben gesehen ist die Definition doch sehr schwammig also könnte man selbst den Hardcore Bodybuilder der nach der Uhr alle 2 Stunden isst hier einkategorisieren, da er ja zwischen seinen Mahlzeiten nichts isst, zu regelmäßigen Zeiten isst und irgendwann mal schläft… oder sich zumindest mal wachsen legt.

Im Regelfall läuft es bei mir auf 1- 2 Mahlzeiten am Tag raus, wobei ich hier bei den Vorteilen weiter darauf eingehen möchte. Doch zunächst kümmern wir uns um den Heiligen Gral!

Was kann fasten nicht?

– Fasten ist kein Freifahrtschein. Ob wir abnehmen oder eben nicht entscheidet noch immer unsere Kalorienbilanz. Bin ich im Überschuss nehme ich zu, Fasten hin oder her.

– Blind alles heilen. Der Gesundheitliche Vorteil des Fastens ist da, selbst wenn es nur ein Placebo ist, aber wie heißt es so schön: „Wer heilt hat recht“. Aber bitte deswegen nicht annehmen man könne sämtliche Therapien abbrechen, die Schulmedizin verbannen und müsse einfach „nur“ nichts essen.

– Ins Unendliche betrieben werden. Das heißt gerade im Bezug auf Muskelaufbau & Erhalt gibt es eine Schnittstelle in der die negativen Aspekte den positiven überwiegen. Mit Sicherheit nicht so schnell wie oft dargestellt doch mehrere Tage Komplettfasten werden nicht zu den optimalen Ergebnissen in diesen Bereich führen.

Was kann fasten?

– Helfen ein Kaloriendefizit einzuhalten. Oftmals fällt es leichter nichts zu essen als wenig zu essen. Das klingt erst mal komisch, zeigt sich allerdings in der Praxis doch recht deutlich. Gerade in einer starken Diät mit großen Defizit klingt es ja auch viel schöner sich 2x am Tag satt zu essen als 5 x am Tag einen Tropfen auf den heißen Stein zu geben. Entscheiden wird noch immer die Kalorienbilanz, doch kann das einhalten des Defizites mit Fasten vereinfacht werden.

– Mehr Flexibilität liefern. Wenn ich weiß, ich ess eine Mahlzeit vorm schlafen gehen, muss ich mir tagsüber keine Gedanken machen, was ich esse, wo ich es her bekomme, wie ich es kühl halte etc.

– Gesundheitliche Vorteile. Kurzes Beispiel: bei Krankheit, haben wir keinen Hunger. Unser Körper ist mit dem Heilungsprozess beschäftigt und möchte nicht zusätzlich mit der Verdauung belastet werden. Das selbe lässt sich bei Tieren beobachten. Wenn wir fasten, gönnen wir unserem Körper eine Pause. Wobei hier das Fastenfenster interessant wird. Wenn wir Beispiel in unserer letzten Mahlzeit bsp. sehr Fettreich und in Kombination mit einem langsamverdaulichem Protein essen (Steak mit ordentlich Kräuterbutter) kann die Magenverweildauer bis zu 8 Stunden betragen. Wenn wir jetzt nach 8 h wieder essen, ist es Auslegungssache wie wir das Fasten tatsächlich einstufen.Zu diesem Punkt könnte auch noch ein Eigener Artikel folgen, eventuell auch im Bezug auf die hormonelle Reaktion des Körpers auf das Fasten.

Fazit:

Ich Faste regelmäßig und es tut mir gut. Den Größten Vorteil des Intermittierenden Fastens hab ich persönlich aus der Flexibilität und psychologischen Effekt gezogen. Ich habe keinen Angst mehr zu verhungern oder Muskeln zu verlieren, wenn ich mal ein paar Stunden nichts zu Essen bekomme. Ich bin im Alltag flexibler, was für mich Freiheit bedeutet Leistungsfähig bin ich noch immer und mittlerweile sogar leistungsfähiger ohne dirkete zeitnahe Nahrung (Auf dem letzten Powerlifting Wettkampf war es etwas komisch, als alle sich mit sämtlichen Essen und Ergänzungen vollpumpen zu sehen, während ich nach der zweiten von drei Disziplinen meine ersten Kalorien und erst nach dem kompletten Wettkampf meine Feste Nahrung zugeführt habe)

kommt Essen, folgt Regeneration.

Aktiv sein – Jagen a.k.a. Training – Essen – Schlafen – Repeat

 

 

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